Eine unerwartete Schwangerschaft ist für die Betroffene(n) immer eine sehr belastende Situation, in der ein innerer Prozess bis zur endgültigen Entscheidung Raum und Zeit braucht. Wünschenswert ist natürlich gerade auch aus ärztlicher Sicht die Entscheidung für das Austragen der Schwangerschaft. Falls Ihnen dies nicht möglich ist, sollten Sie sich umgehend an eine Beratungsstelle wenden und sich von Ihrem Arzt beraten lassen.

Die rechtliche Situation in Deutschland ist wie folgt: Eine Schwangerschaft stellt ein hohes ethisches Gut dar, ein Schwangerschaftsabbruch ist rechtlich eine Straftat und rechtswidrig. Deshalb ist der Umgang mit einem Schwangerschaftskonflikt im Strafgesetzbuch unter den Paragrafen §218f geregelt, der genaue Vorgaben macht. Unter bestimmten Voraussetzungen, der medizinischen und kriminologischen Indikation oder im Rahmen der Beratungsregelung, bleibt er straffrei. Ein alter Name für den Schwangerschaftsabbruch war "Abtreibung", dieser Sprachgebrauch ist heute überholt. Nach einer Beratung und angemessenen Warte- und Entscheidungszeit wird der Abbruch einer Schwangerschaft heute von erfahrenen Ärzten entweder medikamentös oder per Operation durchgeführt.

Staatlich zugelassene Beratungsstellen nach der Beratungsregelung für Schwangerschaftskonflikte können Ihnen bei der Entscheidungsfindung und in der Umsetzung weiterhelfen. Eine Liste der Beratungsstellen im Raum Köln und Beratungsstellen bei Ihnen in der Nähe finden Sie unter dem Menüpunkt Beratungsstellen. Für den Fall dass Sie sich zum Abbruch der Schwangerschaft entscheiden müssen, sollten Sie folgende Hinweise beachten.

  • Der Schwangerschaftsabbruch kann medikamentös oder operativ erfolgen. In jedem Fall ist im Rahmen der Beratungsregelung die Schwangerschaftskonfliktberatung durch eine anerkannte Beratungsstelle (s.o.) mit schriftlicher Bescheinigung vor dem Eingriff erforderlich. Nach diesem Beratungstermin müssen 3 Tage (genau mindestens 72 Stunden) abgewartet werden (Bedenkfrist), erst danach darf der Eingriff durchgeführt werden. Weiterhin ist ein schriftlicher Nachweis über die Blutgruppe der Patientin erforderlich (Bluspende-Ausweis, Mutterpass oder Blutabnahme beim behandelnden Frauenarzt). Bei fehlendem Nachweis sollte frühzeitig die Blutgruppenbestimmung durch den Frauenarzt oder den operierenden Arzt erfolgen.   
  • Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ist nur innerhalb der ersten 63 Tage einer Schwangerschaft möglich (9 Wochen), wobei grob von dem Tag der Letzten Regelblutung an gerechnet wird. Entscheidend ist allerdings die Feststellung des Schwangerschaftsalters per Ultraschall durch den durchführenden Arzt, der diese Untersuchung vor dem Abbruch genau dokumentieren muss.
  • Beim medikamentösen Abbruch wird durch die Medikamente das Wachstum der Schwangerschaft gestoppt und eine Blutung wie bei einer Fehlgeburt ausgelöst. Die Medikamentöse Methode wird in der frühen Schwangerschaft oft bevorzugt. Es sind 2-3 Termine beim Arzt durchführenden Arzt erforderlich. Konkrete Informationen erhalten sie im passwortgeschützten Bereich dieser Seite. Das Passwort erhalten sie in der Beratungsstelle.
  • Der operative Schwangerschaftsabbruch erfolgt in der Regel ambulant in Arztpraxen und Krankenhäusern und ist bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche in Deutschland möglich. Adressen der hierzu zugelassenen Ärzte erhalten Sie in der Regel von den Schwangerschaftsberatungsstellen.
  • Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch werden in Härtefällen durch die Krankenkasse und das Bundesland übernommen, in dem der Patient gemeldet ist. Die gesetzliche Krankenkasse prüft die erforderlichen Einkommensnachweise in durch den zuständigen Sachbearbeiter nach Vorlage des Beratungsscheins. Hierzu empfielt es sich mit der eigenen Krankenkasse direkt telefonisch Kontakt aufzunehmen und die Kostenübernahmebescheinigung abzuholen oder bei genügend Zeit zuschicken zu lassen. Falls keine Kostenübernahme vorliegt, kostet der operative wie auch der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch zwischen 400 und 600 Euro. Die Kosten müssen Sie dann selbst tragen.